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HEFT #6: ANIMOT

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Manifestation 06 – animotcover-sublinmes-6-animot-final

Es ist nicht nur, dass die Menschen sprechen. Es ist auch der Fall, dass sie sich selbst, d. h. ihrem Selbst und ihrer Selbigkeit, zu-sprechen und anderen ab-sprechen. Letzteres trifft in besonderem Maße immer schon die Tiere, bzw. „das Tier“. Tritt es doch im anthropozentrischen Diskurs stets als Singular auf. Mit Tritten und Traktaten aus dem Kreise jener Lebewesen ausgeschlossen, die einzig und allein über Sprache, Vernunft, Kultur und Recht verfügen sollen. Welche Anstrengungen, Tiere zu halten und sich „das Tier“ vom Leibe zu halten! Um „zwischen Mensch und Tier eine ungeheure Kluft, einen unermesslichen Abstand zu eröffnen“, wie Schopenhauer die anthropologische Differenz anprangerte. Vielleicht aber auch, weil „das Tier“ in singulärer, einzigartiger Weise, die Menschen zu befragen weiß – so überdeutlich, so unter die Haut gehend, so präzise – wie sonst keine/r/s. Die Präzision der tierlichen Lebensformen erinnert uns – zählen wir uns denn zu den Menschlichen –, und verfolgt uns mit unserer eigenen Ähnlichkeit mit und der Herkunft aus der Welt der Tiere.
Eine Welt, die die Tiere – wie „der letzte Meisterdenker“ meinte – angeblich gar nicht haben bzw. bilden.
Teilen wir also erneut, wieder, wirklicher und stimmiger diese eine, diese viele Welten mit dem Tier, den Tieren, finden wir uns in einem „Mit-Sein“ mit ihnen wieder.
Kulturgeschichtlich hingegen haben wir den Spieß offenkundig immer versucht umzudrehen: Nicht das Tier verfolgte uns, wir verfolgten das Tier. Als Jäger_innen, als Züchter_innen, als Besitzer_innen, als Dompteur_innen, als Herrscher_innen fassten wir das Tier ins Auge, um dessen vorgeblich rein triebhaftem, instinktgeleitetem, wildem Wesen Einhalt zu gebieten. Um sein Treiben, Schlängeln, Gleiten, Streunen zu unterbinden.
Wer folgt also wem und in welcher Absicht? Mit Derrida könnten wir sagen: „Das Tier, das ich folglich bin/dem ich also folge“ (frz. „L’animal que donc je suis“) oder mit Cixous: the cat whose cat I am. Das heißt, nicht zu versuchen dem Tier irgendwelche Worte ins Maul, in den Schnabel zu legen, stattdessen ginge es um ein ecce animot, oder um ein becoming animal. Sich schlängeln, treiben lassen, streunen und wildern an den Rändern von Sprache, Sinn und Bedeutung: animots* // TierWorte. Animot/TierWort, meint auch: bezeichnet, ohne selbst zu bezeichnen, sprachloses Anderes, Oberfläche für Projektionen, aber auch einen anderen Logos. Lassen wir uns also nicht länger hinreißen, Projektor_innen zu sein! Brechen wir aus, aus der klassischen Folge von Fährten – den Dichotomisierungen von Tier und Mensch, ratio und Instinkt, Bezeichnen und Bezeichnet-Werden.

* animots finden sich zuerst in Hélène Cixous‘ „La“ und in „Writing blind. Conversation with the donkey“.

 

Inhalt der sechsten Ausgabe:

Manifestation 06
animot

Faux Grrras
Geschnatter aus der Gastrokratie
Peter Kaiser

Derrida’s Real Little Cat
Kelly Oliver

Kaos, the Porpoise of Life
Kelly Oliver

The Cats of Puerto Rico
Kelly Oliver

Auf ein Wort. Tier.
Martin Huth

Dry Mouth
Kelly Oliver

The Trapper
Kelly Oliver

Writers are Dogs
Schreiben, Denken, Tier-Werden
Esther Hutfless und Elisabeth Schäfer

Postkarte – unterwegs von Belgrad nach Lausanne
Valérie Baumann

7/8.2.2015 2 Uhr früh
Friederike Mayröcker

Philosophisches
Wörterbuchwerkzeugkastenlexikon

4ème personalité
Živo

[a …]
Esther Hutfless und Elisabeth Schäfer

reh quiem
Bettina Schmitz

Is Schrödinger’s Cat a Deleuzian Animal?
Tanja Traxler

// Das mit dem über Tiere //
Veronica Lion

Gebrannte Existenzen
Kerstin Weich

Sind wir auf den Hund gekommen und haben
das Schwein vergessen?
Judith Benz-Schwarzburg

Das Repräsentier oder Becoming Animal:
Wenn der_die Künstler_in zu einer Makrele wird,
die eine Katze verspeist.
Samuel Camenzind

Blue Life
Kelly Oliver

Kugelfisch
MÖSTRÖM
Soundtrack zum Heft

Impressum

HEFT #5: Nietzsche, wie?

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Manifestation 05 – Nietzsche, wie?

„For round and round, you keep on turning […]“ so lässt Luce Irigaray ihre fließende Stimme in „Marine Lover“ den Texten Friedrich Nietzsches antworten. Und sie geht noch weiter: „For round and round, you keep on turning. Within yourself.“
Wie – also einen, der sich dreht und dreht – sogar in sich – lesen?! Wie sprechen, wie antworten, wie denken, widersprechen, wie hören und wie fortfahren – an, mit und zu Nietzsche? Wie … einem begegnen, der sich dreht und dreht. Wie könnte dieses Ringelspiel enden?! Wenn es denn endet …
In „Nietzsche und der Wille zur Chance. Atheologische Summe III“ schreibt Bataille, eine/r könne Nietzsche nur lesen, indem er/sie et cetera zu Nietzsche werde – solange müsse die Transformation dauern, bis man wirklich sagen könne: ich bin Nietzsche. In einem unerhörten Moment in der Geschichte – als Nietzsche noch der fatalen Deutungsherrschaft des Nazi-Diskurses unterlag – sah Bataille in Nietzsches Denken eine Chance, und sein Buch war für ihn: „ein Werden wie“ … Müssen wir also werden wie Nietzsche?!
Langsam anfangen. Lieber straucheln – langsam gehen. Nietzsche ließ seine Texte auf eigenen Wunsch zu Lebzeiten in einer unüblichen Schrift setzen: Antiqua. Anstatt in der leichter lesbaren – weil gebräuchlicheren – Fraktur. Mit der Schrift ins Straucheln bringen wollen. Dass da nichts allzu leicht hält und fällt, was etwas verspricht. Das ist der andere Nietzsche. Wie könnte Batailles Nietzsche-Werden je gelingen, ist doch Nietzsche auch derjenige, der sich nicht so einfach lesen lassen will?
„Passisimplicité“ – „Nichtsoeinfachheit“, nennt das Hélène Cixous. Kein Passe-Partout. Mit-Drehen … Mit-Wenden … Mit-Tanzen … Wie, wie? WIE? Nietzsche kannte viele Ws. Die Wahrheit, das Weib, das Weh und das Wie. Und alle hängen irgend-wie zusammen. So eröffnet er seine Vorrede zu „Jenseits von Gut und Böse“, in dem er ein Seil in der Luft befestigt, einer Voraussetzung ein Fundament in den Wolken (die auch mit W beginnen) legt: „Vorausgesetzt, dass die Wahrheit ein Weib ist –, wie?“.
Zu diesem Denker also, der Kobolde um sich haben wollte, weiter-schreiben, heißt die Kobolde rufen. „Mut will lachen“, schreibt Nietzsche, ruft Zarathustra; so also wird gesprochen / geschrieben et cetera werden:

 

Inhalt der fünften Ausgabe:

Manifestation 05
Nietzsche, wie?

Das Eine sind wir, das Andre sind unsere Schriften
Sophie Uitz

Frauen auf Segelbooten …
Gertrude Postl

Nietzsche, die Allergie und ich
Esther Hutfless

insideout (print edition), 2015
Bernadette Anzengruber

Silberblicke. Tragödie in einem Akt.
Ferdinand Auhser

Die feministische Nietzsche Ratgeber_in

ILJA ERSCHREIBT FRIEDRICH
Eine Tracking-Studie zu Nachahmungsbewegungen
Manora Auersperg

The Secrecy of the Veil
Elisabeth Schäfer

Nun sag, wie hast du’s mit den Jüd_innen?
David Rennert

Now tell me, how do you take atomism?
Tanja Traxler

Schreiben – Also – Orte geben
Eva-Maria Aigner

Aber lassen wir Herrn Nietzsche: was geht es uns an, dass Herr Nietzsche wieder gesund wurde?
Julia Garstenauer

Nietzsches Publikum ohne Gefühl und Verstand
Sandra Man

 

Wir danken dem FWF-PEEK-Projekt „Artist Philosophers“ für die Kooperation.

to think is to thank
M. H., What is Called Thinking?

 

Heft #4 : rhythmus

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Manifestation 04

Wollen wir nach wie vor bei der Frage bleiben, was das Denken tut, wenn es denkt, dann landen wir früher oder später in jener Kluft, die sich seit jeher wiederholen und variieren könnte: Es ist der Rhythmus des Zu-sich-Kommens und des Außer-sich-Gehens, eben jener Rhythmus, der das Denken von sich selbst trennt und wieder verbindet. Abstraktion und Attraktion. Abstand und Berührung. Extraktion und Kontraktion.

Um im Denken wie im Schreiben an diesen Rhythmus zu rühren, wirkt es manchmal so, als müssten wir alle feingefügten Züge der Sprache vergessen lernen, hellhörig lauschen auf ein synkopiertes Pulsieren des Seins – das noch nicht Sprache ist und doch bereits auf dem Weg zu ihr: am Grund der Kehle ein glottaler Schlag: berührt und trennt sich, gurgelt, gurrt, kollert. Wird irgendwann Musik, Gesang, Wort – und Denken: Äußerung des Unerhörten in klarer rhythmischer Abfolge.

Ist es Ordnung, die der Rhythmus herstellt – oder fasziniert uns an dem, was Rhythmus sein könnte, jenes lebendige Pulsieren, das immer auch etwas aus der Reihe tanzt?! Puls lebendiger Körper, der Elemente, der Leere, des Kosmos, mathematisch exakt zu bestimmende Folge von Dauern und Pausen, kosmologische Gesetzmäßigkeit, Gleichschaltung des Ungeordneten oder horizontale Dynamisierung, mitreißendes Prinzip – ästhetisch, ethisch, politisch?

Mitreißend – aber: wohin, mit wem oder mit welchen Implikationen? Schaltet der Rhythmus gleich oder wohnen ihm auch schöpferische, verändernde Kräfte inne?! Womit hat man es jeweils zu tun? Mit Isorhythmie, mit Eurhythmie, mit einer nicht weiter definierbaren Polyrhythmie oder gar mit Arrhythmien? Das kann nur eine Rhythmoanalyse entscheiden, die auch die nur schwer registrierbaren Metren, Takte und Taktlosigkeiten, das verborgene Fließen, Stocken und Pulsen ausfindig macht.

Inhalt der vierten Ausgabe:

The rhythm of the void
Tanja Traxler

RRRRRRR_Rhythmythology
Esther Hutfless und Elisabeth Schäfer

Und eins. Und zwei. Und drei.
Sabina Holzer

Full Blast Beat. Im Puls der Beschleunigung
Peter Kaiser

Ringelspiel
Veronica Lion

Enzyklopädische Miniaturen und Variationen zu … Rhythmus

Rhythmuskreis
Mathias Koch

The Cyborgs’ Journey into Space, Rhythm & Sound
Georg Fattinger

1, 2, 3, 1, 2, 3
Markus Mittmansgruber

Taktlos. Gegen politische „Korrektheit“
Dimitri Smirnov

Gedanken an Penelope – Ein Spaziergang
Ferdinand Auhser

„Einmal sagte Hölderlin, alles sei Rhythmus…“
Bernard Boesel

Notizen zur Tabulatur meines Lebens
Jan Bruckschwaiger

soundtrack zu Heft#4: rhythmus

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# FS MASSAKER TRIO: limiter [very short]

# Peter Schroll und Stefan Voglsinger: Rhythm of the Void [to be played endlessly]

# Veronica Lion: Ringelspiel [poetry slam]

# FS MASSAKER TRIO: limiter [short]

# Markus Mittmansgruber: 1, 2, 3, 1, 2, 3 [reading performance]

# FS MASSAKER TRIO: limiter [middle]

# Esther Hutfless & Elisabeth Schäfer, featuring Sun Ra: rhythmythology [reading performance]

# Martin Schlögl: Zeitreisen durch Polyrhythmen

# Peter Kaiser:  Joachim Ernst Berendt on Sun Ra [reading performance]

# FS MASSAKER TRIO: limiter [long]

 

Heft#3 : be|wild|ered

Download: Heft#3 Sublinmes #3 cover

Manifestation 03

Attention please! The following passages are going to be wild. Wir begeben uns in die Gefahrenzone eines Begriffs, der leicht entzündlich und hochexplosiv ist – eben wild. Um uns abzusichern haben wir |wild| schon zu einer Parenthese gemacht, haben es in die behütete Mitte eines umschließenden Begriffs gesetzt: be|wild|ered. Die Sprachen durchmischen sich, das Areal der Bedeutung öffnet sich hin zu: verwirrt, erstaunt, desorientiert.

Sind wir denn je wild gewesen? Wollen wir „es“ nun (noch) einmal werden? Und sind dem Wilden jemals wilde Worte und Texte gefolgt? Sein Lockruf erreicht uns jedenfalls wiederholt: Man genehmigt (sich) die kulturindustriell designte und wohldosierte Wildheit, der kleine „Tabubruch“ ist einkalkuliert. Was noch einfällt: die Bestialität der terroristischen und faschistischen Systeme des 20. Jahrhunderts, die das Wilde zu einem archaisch-heroischen Phantasma aufgeladen haben. Und die ein anderes „Wildes“ als entartetes vernichtet haben. Dies ist weder Anfang noch Ende der Instrumentalisierung eines Begriffs. Sie hat eine weltweite Geschichte, der Millionen von Menschen zum Opfer gefallen sind.

Wie kann |wild| abseits dieser ideologischen Polarisierungen wieder das Denken und Fühlen befruchten? Worin liegt seine produktive Kraft, wenn weder sehnsuchtsvolle Überhöhung noch ressentimentgeladene Herabsetzung gelten? Womöglich darin, dass es Logiken und Diskurse unterspült, durchbricht, überrascht, verwirrt, desorientiert, quert und queert? Gone wild: eine Perplexuierung des Denkens!

Jenseits des systematischen philosophischen Zweifels, der das Moment der Verwirrung nur zulässt, um es wieder in eine Ordnung zu überführen, wollen wir |wild| andersherum denken: nicht als jenen Anfang des Denkens im Chaos, das überschrieben werden muss, sondern als Movens, das das Denken lebendig hält, als permanentes Entstehen- und Bestehenlassen der Kraft der Verwunderung.

Inhalt der dritten Ausgabe:

Manifestation 03
be|wild|ered

Verstörend eingehegt. Notiz zu Bruce Begouts „Der ParK“
Bernd Bösel

Every Letter is a Love Letter
Heidi Wilm

Feuer machen
Konstantin Teske

Wenn die Körper zueinander passen. Ein Lustspiel in drei Akten
Tanja Traxler

remembrance
Dominik Zechner

Halb(so)wild
Peter Kaiser

Philosophisches Wörterbuchwerkzeugkastenlexikon

bewildered. Digital Collage 2013
Matthias Peyker

8 Frauen
 Esther Hutfless und Elisabeth Schäfer

Die Orientierung verlieren. Eine queere Phänomenologie von Frauen*räumen
Dimitri Smirnov

Die Scheiße am Dampfen und Vorauseilen
Konstantin Teske

Um- und Irrwege – vier Andeutungen
 Siegfried Maierhofer

Indianerin werden, von den Füßen aufwärts
Elisabeth Schäfer und Tanja Traxler

Heft#2 : Der Fisch fängt vom Kopf zu stinken an

Sublinmes cover grünDownload Heft#2

Manifestation 02

Ein Gestank geht um. Smells to heaven. Finanzdebakel, Korruptionsskandale, Rettungsschirme, CO2-Bilanzen, Schuldenkrise, globalisiertes Kapital, die Ausbeutung des Südens durch den Norden und des Ostens durch den Westen. Es gilt keine Unschuldsvermutung. Für nichts und niemanden.

Gewöhnlich denken wir die Dinge mit Anfang und Ende, Oben und Unten, Vorne und Hinten. Aber nicht alle diese Koordinaten haben den gleichen Wert. Warum? Oben ist transzendenter als Unten; Unten ist dunkler als Oben. Anfang ist frischer als Ende, Ende ist grausamer als Anfang. Vorne ist zugänglicher als hinten, von hinten ist es verruchter als von vorn. Das Über-Ich liegt über dem Ich, das Ich über dem Es. Das vorbildliche Skandinavien ist oben, das verluderte Griechenland unten. Während wir im Norden hart arbeiten, wird im Süden gefaulenzt … Woher kommen diese Vektoren und Vertikalen der Macht? Woher dieser Drang nach Ordnung und Hierarchie? Woher diese Präferenz für den Anfang, für das Oben, für die Front?

„Der Fisch fängt vom Kopf zu stinken an.“ Ein Wort, das schon auf der attischen Agora gewechselt wurde. Es hat Jahrtausende auf dem Buckel. Hat Jahrtausende wahr gesprochen. Wahr? Ein Sprichwort spricht wahr, weil es sich mit der Mehrheit verträgt, weil es den majoritären Sinn zementiert, weil es in der Mitte des Volkes wohnt, kurzum, weil es den Gemein- und Gemeinschaftssinn vertritt. Verstehen wir die Philosophie als die Anwältin des Minoritären, scheint es also unmöglich, kraft eines Sprichworts zu philosophieren. Doch eben das wollen wir hier versuchen: Gerade weil Sprichworte scheinbar uneinnehmbare Bastionen der Sprache und des Sprechens darstellen, weil sie dem Hausverstand ein Obdach sind, weil sie sich nicht selbst dekonstruieren, müssen wir uns ihnen ausliefern, müssen wir uns an sie wagen, ihre Ideologie entlarven. Müssen wir den Fisch auf den Rücken legen – oder auf die Flossen stellen.

Und uns der widerlichsten Frage aussetzen: Ist der Geist (griech. pneuma) nur das Medium des Gestanks – oder kann er selber zu stinken anfangen?

Inhalt der zweiten Ausgabe:

Manifestation 02
Der Fisch fängt vom Kopf zu stinken an

„Auswurf, Abfall, Abhub“: Prolos
Peter Kaiser

Dont put up a brave front!
Fragmente queerer Anarchien am Rand, an der Grenze, im Zwischen
Esther Hutfless und Elisabeth Schäfer

when we didn’t meet – LONDON scripts I, #4a
Bernadette Anzengruber

… the fish truck that loads …
Markus Mittmansgruber

Gleichfreiheit: Reality Check zum Stand der Demokratie
Jan Bruckschwaiger und Alexandra König

when we didn’t meet – LONDON scripts I, #6

Philosophisches Wörterbuchwerkzeugkastenlexikon

ZEICHEN DEUTEN. Truth transcendences the Story
Mikki Muhr

Realtime Gendering und queeres Physizieren
Tanja Traxler

„Allerwelts-Bücher sind immer übelriechend“
oder Wie man von unten philosophiert
Dominik Zechner

when we didn’t meet – LONDON scripts I, #8

Rats desert a sinking ship
Simone Borghi

Riechen, Wittern, Spüren. Anmutungen, Vermutungen
Bernd Bösel

Unser Refrain, Prolog (Komposition aus: Zona)
Michael Poetschko

Punk’s not dead! – Über Philosophie
Hans Stauffacher

Monstrosität, Zusammenbruch
Apropos „Johann Holtrop“ von Rainald Goetz
Sandra Lehmann

Heft#1 : Wir versprechen wieder was!

Download Heft #1

Manifestation 01

Warum noch eine Zeitschrift?

Sublin/mes will philosophischen Texten, die außerhalb, zwischen und unterhalb der akademischen Räume entstehen, Hochkonjunktur verleihen, indem man sie in kostengünstiger Weise herausbringt, gratis verteilt, in Lokalen auflegt, mit der Post versendet etc.

Was erwarten wir uns von diesem Retro-Aktivismus?

Befreit vom grassierenden Terror der Peer-Review-Verfahren, die das akademisch legitimierte Schreiben auf einen globalen Einheitsstandard nivellieren, will Sublin/mes die Lust am Text wieder wecken.

Jenseits des Anspruches ein philosophisches Hochglanzmagazin zu sein, das den aufkommenden Werteappetit elitärer Kreise nach Art der haute cuisine bedient, verspricht Sublin/mes ungebundenes, locker geheftetes, bewegliches, aufrührerisches Denken; zu heiß, um gleich verschlungen zu werden.

Sublin/mes versteht sich damit als eine Bewegung der De- und Reterritorisalisierung philosophischen Schreibens. Sie nimmt die affektiven Phänomene und Atmosphären ernst, in denen sich philosophische Ideen herausbilden, sie legt Wert auf sich spontan bildende Denk- und Affektgemeinschaften, indem sie sie zu Wort kommen lässt.

Sublin/mes ermutigt dazu, nicht stets und allein etablierten Territorien, die zu Institutionen erstarrt sind, hinterherzulaufen, weil es „nützlich“, „wichtig“, „förderlich“ ist.

Sublin/mes ist konkurrenzlos, weil sie ihre Leser_Innen zur Gründung von Untergrundzeitschriften aller Art auffordert.

 

Inhalt der ersten Ausgabe:

Kein Ende der Philosophie
Bernd Bösel

miniatur zum versprechen
Markus Mittmansgruber

Die Transience des Lebendigen denken / eine queere Philosophie versprechen
Esther Hutfless und Elisabeth Schäfer

We can work it out
Lektüren im Verhältnis Mensch-Sprache-Natur
Thomas Wäckerle

Philosophischer Werkzeugkasten

untitled #13723
Simone Borghi

< murmle, folgend, windmonat >
Angelika Seppi

I am not a fortune-teller
Simone Borghi

Armut – unattraktive Interdependenzen
Heide Hammer

Die Möglichkeit des Versprechens in einer materialistischen Philosophie
Jan Bruckschwaiger

Weihnachtspudding und Kadaver
Diamanten der Moralphilosophie
Peter Kaiser