Autor: sublinesblog

Sublin/mes – Philosophieren von unten. A Queer reviewed journal.

Sondernummer: Hélène Cixous. Gespräch mit dem Esel. Blind schreiben. Zaglossus 2017

Bestellung der Sondernummer im Zaglossus Verlag online [here]

In ihrem Essay „Gespräch mit dem Esel. Blind schreiben“ betont Hélène Cixous wie vielleicht in keinem anderen ihrer Texte die immanente Verbindung von Widerstand und Schreiben. Statt im Prozess des Schreibens auf das Offenkundige der uns umgebenden Welt zu fokussieren, geht es Cixous um das Verborgene. Jedoch bedarf diese Annäherung an das Unbekannte eines „blinden Schreibens“, welches eine auf das Objekt des Schreibens zentrierte Perspektive radikal hinter sich lässt und eine durch Poetik wirksam werdende Utopie einer anderen, alle Bedeutungen queerende Welt sichtbar macht.

Der Essay „Conversation avec l‘âne. Écrire aveugle“ von Hélène Cixous ist von Claudia Simma ins Deutsche übertragen worden. Die Publikation stellt eine Sondernummer der Zeitschrift Sublin/mes dar, aus deren Heft #6 zum Thema animot die Idee zu diesem Übersetzungsprojekt hervorgegangen ist.

Abdruck der deutschen Übersetzung von Conversation avec l’âne. Écrire Aveugle mit freundlicher Genehmigung von Joanna Delorme, Éditions Galilée, Paris. Abdruck der Tränen des Henri Saint-Simon mit freundlicher Genehmigung von Marie-Odile Germain, Bibliothèque nationale des France.

Das Cover zum Band hat die in New York lebende Künstler_in Evie Garf gestaltet. Eine Videodokumentation zur Erstellung des Covers wird demnächst online publiziert.

 

Inhalt der Sondernummer:

Gespräch mit dem Esel. Blind schreiben.
Hélène Cixous

Anmerkungen der Übersetzer*in Claudia Simma
Anmerkungen der Herausgeber*innen

Supplement I: Queere Séancen
Esther Hutlfess und Elisabeth Schäfer

Supplement II: Blinde Augen, sehende Hände:
Schreiben als berührenes Sehen
Gertrude Postl

A Note on the Cover from Evie Garf

Autor*innen

 

Werbeanzeigen

Sublin/mes #6 ANIMOT Presentation

Audioaufnahme* der Sublin/mes #6 ANIMOT Präsentation im Wiener AU Brunnengasse 76 am 08.12.2016. Ein Schwarm aus Stimmen [Eva-Maria Aigner, Martin Huth, Peter Kaiser, Elisabeth Schäfer, Tanja Traxler, Kerstin Weich] zusammen mit dem Altsaxofon von Michi Masen [FS MASSER TRIO]. Zugabe: Peter Kaiser [Voice] und Michi Masen [Altsax] „The Cats of Puerto Rico“ von Kelly Oliver.

 

img_7707

MERCI BEAUCOUP AN ALLE MIT-SCHREIBENDEN, MIT-LESENDEN, MIT-ARBEITENDEN

ET CETERA.

*Due to technical reasons the audiofile is not of highest quality. We are sorry.

Sublin/mes #6 Presentation of NEW ISSUE Dec. 8th 21:30 AU

Issue #6 – fresh from the press – of Sublin/mes on ANIMOT will be officially presented on December 8th 21:30 at AU, Vienna. We start with a reading performance featuring Michi Masen [Alt-Sax] from FS Massaker Trio. Readers: Eva-Maria Aigner, Martin Huth, Peter Kaiser, Elisabeth Schäfer, Tanja Traxler, Kerstin Weich.

The last two issues of Sublin/mes are available for free: „Nietzsche, wie?“ and „animot“. Afterwards DJ-Set with DJ SamC!
FREE DONATIONS!!!sublin-mes-flyer_6

 

Event Details

21 Uhr 30 – Reading Performance & DJ Set afterwards

Free Donations!!!

philosophieren von unten. a queer reviewed journal

Reading Performance feat: Michi Masen (FS Massaker Trio)

DJ Set: DJ SamC

HEFT #6: ANIMOT

Download Heft #6

Manifestation 06 – animotcover-sublinmes-6-animot-final

Es ist nicht nur, dass die Menschen sprechen. Es ist auch der Fall, dass sie sich selbst, d. h. ihrem Selbst und ihrer Selbigkeit, zu-sprechen und anderen ab-sprechen. Letzteres trifft in besonderem Maße immer schon die Tiere, bzw. „das Tier“. Tritt es doch im anthropozentrischen Diskurs stets als Singular auf. Mit Tritten und Traktaten aus dem Kreise jener Lebewesen ausgeschlossen, die einzig und allein über Sprache, Vernunft, Kultur und Recht verfügen sollen. Welche Anstrengungen, Tiere zu halten und sich „das Tier“ vom Leibe zu halten! Um „zwischen Mensch und Tier eine ungeheure Kluft, einen unermesslichen Abstand zu eröffnen“, wie Schopenhauer die anthropologische Differenz anprangerte. Vielleicht aber auch, weil „das Tier“ in singulärer, einzigartiger Weise, die Menschen zu befragen weiß – so überdeutlich, so unter die Haut gehend, so präzise – wie sonst keine/r/s. Die Präzision der tierlichen Lebensformen erinnert uns – zählen wir uns denn zu den Menschlichen –, und verfolgt uns mit unserer eigenen Ähnlichkeit mit und der Herkunft aus der Welt der Tiere.
Eine Welt, die die Tiere – wie „der letzte Meisterdenker“ meinte – angeblich gar nicht haben bzw. bilden.
Teilen wir also erneut, wieder, wirklicher und stimmiger diese eine, diese viele Welten mit dem Tier, den Tieren, finden wir uns in einem „Mit-Sein“ mit ihnen wieder.
Kulturgeschichtlich hingegen haben wir den Spieß offenkundig immer versucht umzudrehen: Nicht das Tier verfolgte uns, wir verfolgten das Tier. Als Jäger_innen, als Züchter_innen, als Besitzer_innen, als Dompteur_innen, als Herrscher_innen fassten wir das Tier ins Auge, um dessen vorgeblich rein triebhaftem, instinktgeleitetem, wildem Wesen Einhalt zu gebieten. Um sein Treiben, Schlängeln, Gleiten, Streunen zu unterbinden.
Wer folgt also wem und in welcher Absicht? Mit Derrida könnten wir sagen: „Das Tier, das ich folglich bin/dem ich also folge“ (frz. „L’animal que donc je suis“) oder mit Cixous: the cat whose cat I am. Das heißt, nicht zu versuchen dem Tier irgendwelche Worte ins Maul, in den Schnabel zu legen, stattdessen ginge es um ein ecce animot, oder um ein becoming animal. Sich schlängeln, treiben lassen, streunen und wildern an den Rändern von Sprache, Sinn und Bedeutung: animots* // TierWorte. Animot/TierWort, meint auch: bezeichnet, ohne selbst zu bezeichnen, sprachloses Anderes, Oberfläche für Projektionen, aber auch einen anderen Logos. Lassen wir uns also nicht länger hinreißen, Projektor_innen zu sein! Brechen wir aus, aus der klassischen Folge von Fährten – den Dichotomisierungen von Tier und Mensch, ratio und Instinkt, Bezeichnen und Bezeichnet-Werden.

* animots finden sich zuerst in Hélène Cixous‘ „La“ und in „Writing blind. Conversation with the donkey“.

 

Inhalt der sechsten Ausgabe:

Manifestation 06
animot

Faux Grrras
Geschnatter aus der Gastrokratie
Peter Kaiser

Derrida’s Real Little Cat
Kelly Oliver

Kaos, the Porpoise of Life
Kelly Oliver

The Cats of Puerto Rico
Kelly Oliver

Auf ein Wort. Tier.
Martin Huth

Dry Mouth
Kelly Oliver

The Trapper
Kelly Oliver

Writers are Dogs
Schreiben, Denken, Tier-Werden
Esther Hutfless und Elisabeth Schäfer

Postkarte – unterwegs von Belgrad nach Lausanne
Valérie Baumann

7/8.2.2015 2 Uhr früh
Friederike Mayröcker

Philosophisches
Wörterbuchwerkzeugkastenlexikon

4ème personalité
Živo

[a …]
Esther Hutfless und Elisabeth Schäfer

reh quiem
Bettina Schmitz

Is Schrödinger’s Cat a Deleuzian Animal?
Tanja Traxler

// Das mit dem über Tiere //
Veronica Lion

Gebrannte Existenzen
Kerstin Weich

Sind wir auf den Hund gekommen und haben
das Schwein vergessen?
Judith Benz-Schwarzburg

Das Repräsentier oder Becoming Animal:
Wenn der_die Künstler_in zu einer Makrele wird,
die eine Katze verspeist.
Samuel Camenzind

Blue Life
Kelly Oliver

Kugelfisch
MÖSTRÖM
Soundtrack zum Heft

Impressum

Sublin/mes at Philosophy On Stage #4

Das Aktionskollektiv AkPhu Philosophieren von unten gab anläßlich des Festivals PHILOSOPHY ON STAGE #4 die Nummer #5 der Zeitschrift mit dem Titel „Nietzsche, wie?“ heraus. Aus den in der Zeitschrift versammelten Texten hat das Sublin/mes-Kollektiv in zwei Morgenlektüren im Rahmen des Festivals PHILOSOPHY ON STAGE #4 am 27. und 28. November 2015 in den Studios des Tanzquartier Wien jeweils eine collagierte Lesung performt mit anschliessender Diskussion mit dem Publikum sowie einer performativen Lecture von Tanja Traxler zu „Nietzsche and Physics“ an Tag 2:

 

 

Autor_innen #5: Eva-Maria Aigner, Manora Auersperg, Bernadette Anzengruber, Ferdinand Auhser, Julia Garstenauer, Esther Hutfless, Sandra Manhartseder, Gertrude Postl, Elisabeth Schäfer, David Rennert, Tanja Traxler, Sophie Uitz.

Reading by: Eva-Maria Aigner, Ferdinand Auhser, Julia Garstenauer, Esther Hutfless, Peter Kaiser, Veronica Lion, David Rennert, Elisabeth Schäfer, Tanja Traxler, Heidi Wilm.

Music by: Martin Schlögl, Rudolf Wakolbinger.

HEFT #5: Nietzsche, wie?

Download Heft #5cover_rosé

Manifestation 05 – Nietzsche, wie?

„For round and round, you keep on turning […]“ so lässt Luce Irigaray ihre fließende Stimme in „Marine Lover“ den Texten Friedrich Nietzsches antworten. Und sie geht noch weiter: „For round and round, you keep on turning. Within yourself.“
Wie – also einen, der sich dreht und dreht – sogar in sich – lesen?! Wie sprechen, wie antworten, wie denken, widersprechen, wie hören und wie fortfahren – an, mit und zu Nietzsche? Wie … einem begegnen, der sich dreht und dreht. Wie könnte dieses Ringelspiel enden?! Wenn es denn endet …
In „Nietzsche und der Wille zur Chance. Atheologische Summe III“ schreibt Bataille, eine/r könne Nietzsche nur lesen, indem er/sie et cetera zu Nietzsche werde – solange müsse die Transformation dauern, bis man wirklich sagen könne: ich bin Nietzsche. In einem unerhörten Moment in der Geschichte – als Nietzsche noch der fatalen Deutungsherrschaft des Nazi-Diskurses unterlag – sah Bataille in Nietzsches Denken eine Chance, und sein Buch war für ihn: „ein Werden wie“ … Müssen wir also werden wie Nietzsche?!
Langsam anfangen. Lieber straucheln – langsam gehen. Nietzsche ließ seine Texte auf eigenen Wunsch zu Lebzeiten in einer unüblichen Schrift setzen: Antiqua. Anstatt in der leichter lesbaren – weil gebräuchlicheren – Fraktur. Mit der Schrift ins Straucheln bringen wollen. Dass da nichts allzu leicht hält und fällt, was etwas verspricht. Das ist der andere Nietzsche. Wie könnte Batailles Nietzsche-Werden je gelingen, ist doch Nietzsche auch derjenige, der sich nicht so einfach lesen lassen will?
„Passisimplicité“ – „Nichtsoeinfachheit“, nennt das Hélène Cixous. Kein Passe-Partout. Mit-Drehen … Mit-Wenden … Mit-Tanzen … Wie, wie? WIE? Nietzsche kannte viele Ws. Die Wahrheit, das Weib, das Weh und das Wie. Und alle hängen irgend-wie zusammen. So eröffnet er seine Vorrede zu „Jenseits von Gut und Böse“, in dem er ein Seil in der Luft befestigt, einer Voraussetzung ein Fundament in den Wolken (die auch mit W beginnen) legt: „Vorausgesetzt, dass die Wahrheit ein Weib ist –, wie?“.
Zu diesem Denker also, der Kobolde um sich haben wollte, weiter-schreiben, heißt die Kobolde rufen. „Mut will lachen“, schreibt Nietzsche, ruft Zarathustra; so also wird gesprochen / geschrieben et cetera werden:

 

Inhalt der fünften Ausgabe:

Manifestation 05
Nietzsche, wie?

Das Eine sind wir, das Andre sind unsere Schriften
Sophie Uitz

Frauen auf Segelbooten …
Gertrude Postl

Nietzsche, die Allergie und ich
Esther Hutfless

insideout (print edition), 2015
Bernadette Anzengruber

Silberblicke. Tragödie in einem Akt.
Ferdinand Auhser

Die feministische Nietzsche Ratgeber_in

ILJA ERSCHREIBT FRIEDRICH
Eine Tracking-Studie zu Nachahmungsbewegungen
Manora Auersperg

The Secrecy of the Veil
Elisabeth Schäfer

Nun sag, wie hast du’s mit den Jüd_innen?
David Rennert

Now tell me, how do you take atomism?
Tanja Traxler

Schreiben – Also – Orte geben
Eva-Maria Aigner

Aber lassen wir Herrn Nietzsche: was geht es uns an, dass Herr Nietzsche wieder gesund wurde?
Julia Garstenauer

Nietzsches Publikum ohne Gefühl und Verstand
Sandra Man

 

Wir danken dem FWF-PEEK-Projekt „Artist Philosophers“ für die Kooperation.

to think is to thank
M. H., What is Called Thinking?

 

Sublin/mes 2015 ON AIR in den PHILOSOPHISCHEN BROCKEN auf Radio Orange

logo

Im Rahmen der Sendereihe PHILOSOPHISCHE BROCKEN auf Radio Orange wurden am Mittwoch 25.03.2015 von 13:00-14:00 Ausschnitte aus dem soundtrack zum Heft #4 rhythmus sowie Live-Mittschnitte aus der Heft-Präsentation in einem audiofeature präsentiert. Sendungsgestaltung: Elisabeth Schäfer.

listen here: