Heft#3 : be|wild|ered

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Manifestation 03

Attention please! The following passages are going to be wild. Wir begeben uns in die Gefahrenzone eines Begriffs, der leicht entzündlich und hochexplosiv ist – eben wild. Um uns abzusichern haben wir |wild| schon zu einer Parenthese gemacht, haben es in die behütete Mitte eines umschließenden Begriffs gesetzt: be|wild|ered. Die Sprachen durchmischen sich, das Areal der Bedeutung öffnet sich hin zu: verwirrt, erstaunt, desorientiert.

Sind wir denn je wild gewesen? Wollen wir „es“ nun (noch) einmal werden? Und sind dem Wilden jemals wilde Worte und Texte gefolgt? Sein Lockruf erreicht uns jedenfalls wiederholt: Man genehmigt (sich) die kulturindustriell designte und wohldosierte Wildheit, der kleine „Tabubruch“ ist einkalkuliert. Was noch einfällt: die Bestialität der terroristischen und faschistischen Systeme des 20. Jahrhunderts, die das Wilde zu einem archaisch-heroischen Phantasma aufgeladen haben. Und die ein anderes „Wildes“ als entartetes vernichtet haben. Dies ist weder Anfang noch Ende der Instrumentalisierung eines Begriffs. Sie hat eine weltweite Geschichte, der Millionen von Menschen zum Opfer gefallen sind.

Wie kann |wild| abseits dieser ideologischen Polarisierungen wieder das Denken und Fühlen befruchten? Worin liegt seine produktive Kraft, wenn weder sehnsuchtsvolle Überhöhung noch ressentimentgeladene Herabsetzung gelten? Womöglich darin, dass es Logiken und Diskurse unterspült, durchbricht, überrascht, verwirrt, desorientiert, quert und queert? Gone wild: eine Perplexuierung des Denkens!

Jenseits des systematischen philosophischen Zweifels, der das Moment der Verwirrung nur zulässt, um es wieder in eine Ordnung zu überführen, wollen wir |wild| andersherum denken: nicht als jenen Anfang des Denkens im Chaos, das überschrieben werden muss, sondern als Movens, das das Denken lebendig hält, als permanentes Entstehen- und Bestehenlassen der Kraft der Verwunderung.

Inhalt der dritten Ausgabe:

Manifestation 03
be|wild|ered

Verstörend eingehegt. Notiz zu Bruce Begouts „Der ParK“
Bernd Bösel

Every Letter is a Love Letter
Heidi Wilm

Feuer machen
Konstantin Teske

Wenn die Körper zueinander passen. Ein Lustspiel in drei Akten
Tanja Traxler

remembrance
Dominik Zechner

Halb(so)wild
Peter Kaiser

Philosophisches Wörterbuchwerkzeugkastenlexikon

bewildered. Digital Collage 2013
Matthias Peyker

8 Frauen
 Esther Hutfless und Elisabeth Schäfer

Die Orientierung verlieren. Eine queere Phänomenologie von Frauen*räumen
Dimitri Smirnov

Die Scheiße am Dampfen und Vorauseilen
Konstantin Teske

Um- und Irrwege – vier Andeutungen
 Siegfried Maierhofer

Indianerin werden, von den Füßen aufwärts
Elisabeth Schäfer und Tanja Traxler

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